Düngung in der Landwirtschaft

Es ist richtig und entspricht liberalen Grundsätzen, dass Landwirte bedarfsgerecht düngen dürfen. Die Formulierungen verkennen allerdings die Tatsache, dass es beim Ausbringen von Düngemitteln nicht immer um eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung geht. Es handelt sich mitunter um die Entsorgung von Mist und Jauche aus Mastbetrieben oder Reste von Biogasanlagen, ohne dass es Bedarf auf den dafür genutzten Flächen gibt. Der „Bedarf“ resultiert dann eher aus dem Bedürfnis, diese Stoffe loszuwerden. Das ist dann schlicht und einfach Abfallentsorgung.

Erforderlich ist hier eine Abwägung der unternehmerischen Interessen der Landwirte mit dem Recht der Allgemeinheit auf z.B. sauberes Grundwasser. Gerade wenn die Allgemeinheit über Subventionen die Landwirtschaft wie kaum eine andere Branche stützt, hat sie auch einen Anspruch auf diese Abwägung. In allen anderen Branchen sind Abfälle ganz selbstverständlich so zu behandeln, dass der Allgemeinheit möglichst nicht geschadet wird.

Deshalb setze ich mich dafür ein, dass bei der Düngung, der Entsorgung von Resten aus Biogasanlagen und anderen Stoffen, die bislang regelmäßig auf Feldern landen, die Konsequenzen für die Gesellschaft und die Umwelt sorgfältig abgewogen werden.